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«Art. Institut Orell Füssli» 

Künstler: Otto Baumberger (1889 – 1961)
Druckjahr: 1928
Technik: Lithographie
Blattmass: 128 x 90 cm
Zustand: Gut; auf Japanpapier,
einzelne Knitterungen sowie
hinterlegte Risse im Randbereich
Druckerei: Art. Institut Orell Füssli, Zürich

verkauft

 

Dass auch rein typographische Plakate
überaus farbenfroh und reizvoll sein
können, bewies der Zürcher Otto Baum-
berget mit dieser Arbeit – eine ideale
Lösung, um für eine Druckerei zu wer-
ben und einer der ersten Entwürfe
überhaupt, der die noch bevorstehende
Trennung zwischen malerischem und
graphischem Plakat erahnen liess.
Fast unnötig zu erwähnen ist, dass
das damalige Art. Institut Orell Füssli
als eine der führenden Druckereien sehr genau darauf geachtet hat, nur mit dem bestmöglichen Entwurf für sich zu werben. Allein die Tatsache also, dass Baumberger diesen Auftrag so ausführen durfte, zeichnet ihn wie das Plakat an sich aus.

Als Plakatgestalter war Baumberger ein Virtuose: Scheinbar mühelos wechselte er zwischen abstrahierten Land-
schaften, fotorealistischen Entwürfen und prägnanten Art-Déco-Designs. Er hat an die 250 Arbeiten ausgeführt und gehört mit Emil Cardinaux und Burkhard Mangold zum Dreigestirn der Schweizer Plakatgestalter. Als Maler war Baumberger nach Aufenthalten in München, Paris und London einer der wichtigsten Vertreter des Schweizer Expres-
sionismus, wobei er als freier Künstler indes nie die ersehnte Anerkennung erhielt – den Beruf des Graphikers übte er nur zwecks der Einkünfte aus. So definierte er seine künstlerische Identität nie über das Plakatschaffen, und genau mit dieser Haltung trug Baumberger wesentlich zur Erneuerung des Mediums im heutigen Verständnis bei.   zurück