Diggelmann_Schweizerhof«Schweizerhof Zürich» 

Künstler: Alex Walter Diggelmann (1902-1987)
Druckjahr: 1935
Technik: Lithographie
Blattmass: 128 x 90 cm
Zustand: sehr gut
Druckerei: J. E. Wolfensberger AG, Zürich

verkauft

Mit seinem Plakat für das Zürcher Traditionshaus «Schweizerhof» ist dem gebürtigen Berner Alex Walter Diggelmann ein Meisterstück sondergleichen gelungen, das sich durch einen subtilen Kunstgriff mit starker Wirkung auszeichnet. Der Umstand nämlich, dass durch die gewählte Perspektive dem Betrachter die Gesichtszüge des Portiers verborgen bleiben, vermittelt auf eine so unaufdringliche wie treffende Weise die zentrale Botschaft: In diesem Haus herrscht Diskretion, hier kann sich der Gast auf unaufdringlichen Service verlassen. Gleichzeitig lenkt Diggelmann mit seiner Komposition den Blick auf den Schriftzug und damit auf die Marke, während das kräftige, grosszügig verwendete Rot und die starken Kontraste diesen Entwurf zu einem attraktiven und damit wirksamen Plakat machen – zu einem veritablen Eyecatcher also, der auch aus grösserer Entfernung auffällt und die Neugier weckt.

Diggelmanns Entwurf ist in seiner Zeitlosigkeit derart gelungen, dass das Motiv heute noch, fast 80 Jahre später, verwendet wird und damit untrennbar mit der Geschichte des «Schweizerhofs» verbunden ist – Corporate Identity at its best. Dabei ist dieses Plakat unterdessen so selten, dass es weder in der Plakatsammlung des Bundes noch in jener des Museums für Gestaltung in Zürich vorhanden ist. Für die erstklassige Qualität der Ausführung bürgt der Name der Druckerei und Kunstanstalt Wolfsberg. So kommt es nicht von ungefähr, dass das Landesmuseum diesem Unternehmen im Winter 2013/14 eine eigene Ausstellung gewidmet hat («Gut zum Druck – Kunst und Werbung bei Wolfensberger»).

Diggelmann, 1902 in Unterseen BE als Sohn des Gemeindepräsidenten geboren, war zunächst Primar- und Zeichenlehrer, ehe er Ende der 20er-Jahre in Paris und Leipzig studierte. Anschliessend war er in Zürich als freischaffender Graphiker tätig. In den 30er-Jahren machte er sich als begnadeter und einfallsreicher Gestalter von Tourismus- und Sportplakaten über die Grenzen hinaus einen Namen. Zu seinen berühmtesten Arbeiten gehören neben dem angebotenen Werk der Schneehase für St. Moritz sowie mehrere Entwürfe für Gstaad.   zurück