«Scribner’s Fiction Number August»

Künstler: Maxfield Parrish (1870-1966) Druckjahr: 1897
Technik: Lithographie
Blattmass: 50,5 x 37 cm
Zustand: gut; Risse im linken Rand fachmännisch restauriert, Ecken teils ergänzt und retuschiert
Druckerei: wohl H. A. Thomas & 
Wylie Lith. Co., New York

verkauft

 

Es war einmal ein Künstler, dessen Werk die Amerikaner derart liebten, dass in den 1920er-Jahren in jedem vierten US-Haushalt seine Märchenwelt an den Wänden hing: Maxfield Parrish. Er stand für sich allein, war keiner Stilrichtung verpflichtet und schuf eine Fantasiewelt ohne jeden surrealistischen Einschlag, wie sie zuvor und danach keiner mehr zustande brachte. Diesem Reiz erlag etwa selbst der sonst so nüchterne Andy Warhol, der Parrishs Werke unaufhörlich sammelte, und Norman Rockwell bezeichnete ihn als sein Idol: «Ein grossartiger Techniker, ein wahrer Bewunderer der Schönheit, ein magischer Farbenkünstler.»

An der Philadelphia Academy of Fine Arts ausgebildet, schuf Parrish bereits mit diesem Plakat – eines seiner ersten überhaupt – für die August-Ausgabe des Magazins «Scribner’s» eine Ikone der amerikanischen Illustration. Die an Pan erinnernde Idylle ist bestechend: eine junge Frau im Wald, in die Lektüre der Zeitschrift vertieft, nichts anderes ist von Belang. Wozu also Kleider? Oder ist es eine Nymphe? Dann lesen selbst Göttinen «Scribner’s». Die karge Farbwahl ist wohl überlegt und steht ganz im Dienst der vornehmen Aufmachung, mit der sich das «Scribner’s» damals von der Mehrzahl der Magazine unterschied.

Die Ausgaben des Blattes widmeten sich häufig einem Thema; mal war es eine «Fashion Number», mal eine «Holiday Number», in diesem Fall eine «Fiction Number», in der über ein Dutzend Kurzgeschichten und Gedichte abgedruckt waren, darunter ein Werk von Rudyard Kipling, dem Autor des «Dschungelbuchs». Bestimmt war das Plakat für den Aushang in den Verkaufsstellen, wie das bei «Lithographies Originales» von Georges de Feure der Fall war –  daher auch das vergleichsweise kleine Format.   zurück